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Mexikanische Wandmalerei des XX. Jahrhunderts
Münzberg/Nungesser. Geburt der mexikanischen Wandmalereibewegung
166 Seiten mit 44 Schwarz/Weiss-Abbildungen und 12 Farbtafeln. Kartoniert. Berlin 1984
Edition Richard Seitz, Berlin. ISBN 3-922005-15-2
Sehr gut erhalten.
Die modern Kunst Mexikos, insbesondere die der Wandmalerei, ist trotz neuer Ansätze dem hiesigen Publikum weitgehend verschlossen, obwohl sie einen einzigartigen Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet hat. Die Kenntnis der mexikanischen Kunst beschränkt sich in Westeuropa vornehmlich auf die künstlerischen Zeugnisse der prae-cortesianischen Indiokulturen.
Die Wandmalerei hat seit den zwanziger Jahren in Mexiko eine neue Blüte erlebt. Auslösendes Moment waren die sozialen und politischen Veränderungen der Revolution von 1910, die Mexiko in einen modenen Staat verwandelten und zu einem Vorbild für Lateinamerika werden ließen.
Während die Wandmalerei mit Themen aus der Revolutionsgeschichte und neuen Inhalten anfangs vor allem auf den Wänden alter Koloniealgebäude in Mexiko-Stadt auftauchte, zog sie allmählich auch in Schulen, Markthallen und Gewerkschaftshäusern ein und verbreitete sich über das ganze Land. Seit den fünfziger Jahren nahm sie auch Elemente der abstrakten Kundst auf und wurde als Mosaik zur Aussschückung ganzer Fassaden eingesetzt. Bis in die Gegenwart ist die Renaissance der Wandmalerei in Mexiko lebendig geblieben und hat Architektur und Erscheinungsbild der mexikanischen Städt unverwechselbar geprägt.
Die "Mexikanische Schule", ein Begriff, der in den USA schon in den dreißiger Jahren gebräuchlich war und in Absetzung zur "Pariser Schule" entstanden ist, hat inzwischen Weltgeltung und für Künstler und Kunstbewegungen vieler Länder Vorbildcharakter erlangt.
In diesem Buch werden die Anfänge der Wandmalerei in den 20-er Jahren und die Umstände dargestellt, unter denen später weltbekannte Künstler wie Diego Rivera, Jose Clemente Orozco und David Afaro Siqueiros ihre ersten Wandbilder gemalt und teilweise wieder übermalt haben.
Die beiden Autoren, der Religions-, Philosophie- nd Kunstwissenschaftler Dr. Olav Münzverg und der Kunsthistoriker und Kunstkritiker Michael Nungesser, M. A., haben sich seit vielen Jahren mit der zeitgenössischen mexikanischen Kunst befasst und darauf durch Mitarbeit an Ausstellungen und in Publikationen aufmerksam gemacht. |